Rotwein

2014 Amatéüs Bobi, Saumur-Champigny, Domaine Bobinet

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Vor drei Jahren verbrachten wir den Sommer-Urlaub unter anderem an der Loire. Wir hatten eine wunderschöne, kleine B&B Unterkunft direkt am Fluss in Souzay-Champigny in der Nähe von Saumur. Als unser Gastgeber erfuhr, dass ich beruflich mit Wein zu tun habe, gab er mir den dringenden Tipp das Weingut seines Kumpels Sebastien Bobinet zu besuchen. 5 Minuten die Strasse runter. Völlig ohne Erwartungen, probierte ich die Weine und war absolut begeistert. Vom Cremant bis zum Einzel-Lagen Cabernet Franc durch die Bank elegante, frische und naturbelassenen Weine ohne Freakstoff zu sein. Ich fragte Sebastien nebenbei ob er einen Importer für Deutschland hätte und er sagte eher entschuldigend: “Nein, nicht wirklich.” Seit dem hatte ich dieses Weingut immer im Hinterkopf und dachte, wenn ich mal in den Weinhandel wechseln sollte, wäre Bobinet das erste Weingut was ich importieren würde. Mittlerweile gibt es die Weine bei uns zu kaufen und in letzter Zeit schwirrten einige positive Posts dazu durch die Sozial Networks. Für mich ein guter Anlass mal wieder eine Flasche Bobinet aus dem Keller zu holen und aufzuknacken. (Denn ich hab damals den Kofferraum gut voll gemacht ;). Die Wahl viel auf Amatéüs Bobi. Cabernet Franc überwiegend aus der einer 65 Jahre alten Einzellage mit lehmigen Kalkböden Namens Bois Blanc. Expressive, sehr typische Saumur Nase nach roten Kirschen, Johannisbeeren, Roter Beete und einem Hauch Bauernhof. Am Gaumen saftig und frisch, Frucht und Säure in Balance, feines Tannin. Kühl und kalkig. Da stoppt nichts den gierigen Trinker. Ein Paradebeispiel der Region.

91/100 Punkte

2016 Pinot Noir, Buntsandstein IDA, Enderle & Moll

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Die Weine von Sven Enderle und Florian Moll sieht man kaum noch. Zumindest meinem Gefühl nach. Ist der Hype aus 2013 irgendwie weg ? Liegt es vielleicht einfach an der geringen Menge ? 2016 haben die Beiden von Mutter Natur wirklich richtig auf den Sack bekommen. Vom 2015er Jahrgang haben wir, glaube ich, 24 Flaschen fürs Restaurant bekommen. Dieser Jahr vier. Schon krass. Dabei steht die Qualität außer Frage. IDA riecht zwar in diesem jungen, frisch geöffneten Zustand erstmal sehr deutsch. Also nach Holz und Kirsche. Aber mit Zeit und Luft geht´s ab: Hagebutte, Speck, Torf und unreife Johannisbeeren. Am Gaumen packt er zu wie ein Schraubstock. Reifes, knackiges Tannin (50% mit Rappen vergoren) und feste Säure geben den Ton an. Läuft zur Leberwurst Stulle richtig gut rein ! 

91/100 für den Landwein Oberrhein