LASSAK, Spätburgunder 2017

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Superlativen gehören mittlerweile zum Geschäft und Alltag in Social Media Hausen, beste Pasta ever, bestes Steak ever, bestes Restaurant ever. Es ist eine kurzsichtige Strategie, denn wenn der Interessierte diesem folgt und enttäuscht wird, ist der Schaden um so größer.

Auch in diesem Fall wurde ich misstrauisch, als jemand bei einer Weinmesse dieses Weingut mit Superlativen überhäufte, aber als ein mir bekannter Sommelier die Weine mit den Worten: “Killer Stoff aus BW. Da passiert großes.” postet, überkam es es mich ein wenig, und bestellte per Facebook Messenger an einem Samstag Morgen beim Leergut wegbringen, bei Fabian Lassak eine gemischte Kiste Ihrer Weine.

Und eigentlich wie es meistens ist, wollte ich nur ein Glas probieren. Den Hessigheim Riesling hatte kurz zuvor die Frau inhaliert.

Also öffnete ich die Flasche, nahm den ersten Schluck. Und ich muß mich hier gerade selber etwas zügeln.

Aber will ich es nüchtern, kurz und sachlich halten:

Stellt euch einen schönen Morgen in Paris des Jahres 1988 vor, Vanessa Paradis kommt auch auf euch zu, von oben bis unten in Chanel gekleidet, und erklärt euch die Funktionsweise eines Fischer Dübels.

Diese Wein hat im allerersten Moment bis zum letzten Tropfen der Flasche im Antrunk eine Schwere wie Chanel No 5, aber das löst sich am Gaumen in eine so leichte und wunderschöne Gründlichkeit auf, das man nicht Wiederstehen kann sie in kürzester Zeit zu leeren.

Das ist unverschämt attraktiv, das Herz im Burgund den Verstand in Deutschland.
Ein deutscher Winzer hat mal gesagt: Ein großer Wein ist der, der immer zum nächsten Glas animiert. Das hier ist ein Paradebeispiel.

Auf der Karl Lagerfeld Skala 99 / 100