1998 "Paul Sauer", Kanonkop

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Weine aus Stellenbosch in Südafrika habe ich wirklich selten im Glas... Warum ? Weil es mir meistens zu fette Blockbuster sind. Zu viel Alkohol, zu sättigend. Da fällt einem das zweite Glas schon schwer und das ist schlecht, denn ich trinke gerne viel. Doch scheinbar gab es eine Zeit am Kap vor dem Trend der Bud Spencer Weine. Ich habe grade einen 1998er Paul Sauer vom Weingut Kanonkop im Glas. Normalerweise eine Bordeaux Cuvee mit viel Cabernet und etwas Merlot. In diesem Ausnahme Jahr jedoch reinsortig Cabernet Sauvignon. Die Reben stehen am Simonsberg auf verwitterten Granit Böden. Wenn man da rein riecht ist man schnell irgendwo am linken Ufer der Gironde. Erst süße rote Johannisbeeren, welche schnell verschwinden und dunkleren Beeren Platz machen, dazu Bleistift, Kaffeebohnen und einen Hauch Rindenmulch. Am Gaumen wunderbar straff und elegant, mit einem dunklen Cassis Kern. Das Tannin immer noch vorhanden, aber smooth as silk. Und das wichtigste: Säure ! Sie hält die Kraft in Balance, gibt dem Wein Frische und ein dreist langen Abgang. I like.

 

92/100 Punkte