Babymord am Schlossberg 2014

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Wer ist denn so bescheuert und trinkt jetzt 2014er Große Gewächse..? In der denkbar schlechtesten Phase. Und dann auch noch Theresa Breuer´s Schlossberg, wo selbst der 2003er noch jugendlich wirkt ! Ja Ich halt. Ich war neugierig und konnte nicht widerstehen. Schon des herrlichen Hasen-Etikett wegen. Knallhart sturzkaraffiert, ordentlich durchgeschwenkt und ab ins Glas. In der Nase...so gut wie nichts. Etwas Limette, aber diese unreifen, aus denen man keinen Tropfen Saft raus bekommt. Dazu steinharte Aprikose und Steinmehl. Am Gaumen mit mächtiger Säure und einer für mich rheingautypischen Herbe. Alles in allem komplett zugenagelt. Der Wein lässt sein immenses Potential erahnen, zeigt einem aber die kalte Schulter. Zurück in die Flasche damit.

24 Stunden später schwebt eine dezente Rauchnote über dem Wein die fast ins nussige geht. Dazu eine süßliche, rotfruchtige Note die mich sehr an dieses Himbeer Kaugummi vom Kiosk erinnert, in welchen sich in in meiner Kindheit Sticker von Wrestlern oder Comicfiguren befanden.

Wieder einen Tag später ist die Himbeer Nase noch da, das Rauchige nicht. Dafür ist das Aroma deutlich komplexer geworden. Ananas, gelber Apfel und eine feine Note von hellem Honig gesellen sich zu den dominierenden Zitrusaromen. Am Gaumen etwas saftiger, aber immer noch brutal und fordernd.

Tag 4: die Himbeeraromatik ist verschwunden. Dafür mehr Ananas und Apfel, dazu Pinkgrapefruit und kalte Asche. Alles deutlich intensiver als die Tage zuvor. Am Gaumen kreidig, mit viel Salz und immer noch einer präzisen Monster Säure, wie bei unreifen roten Johannisbeeren. 

Flasche leer.

Wir sehen uns vielleicht 2030 wieder...

94+/100