California Love

Endlich hat es mal wieder geklappt. Viel zu lange ist es her, dass sich das vinophile Ruhrgebiet  wieder konsolidiert und sich durch eine gepflegte Blindprobe pflügt. Das Thema: Kalifornien. Diesmal war das Zusammenstellen der Weine nicht so einfach. Die großen Namen der Alten Schule sind ganz gut zu bekommen auf dem deutschen Markt, leider meistens sehr jung. Doch nach dem Hot Shit der kalifornischen Weinszene muss man wirklich suchen, will man nicht für mittelmäßige Tropfen einen horrenden Preis bezahlen. Zumal ich gestehen muss, dass ich im US Bereich auf wenig Verkostugserfahrung zurückgreifen kann, aber wozu hat man Berufskollegen die sich besser auskennen und gute Empfehlungen geben können. Dazu die Spürnasen von US-Import Spezis wie Martin Kössler oder Dominik Sona, die immer wieder Spannende Weine abseits der ausgetretenen Pfade der Kalifornischen Weinwelt finden... 

Für mich war das Highlight unter den Weißweinen der 2013er Chardonnay Charles Heintz von Littorai. Erinnert direkt an das Burgund, was nicht verwundert, wenn man weiß, dass Winzer Ted Lemon bei diversen namenhaften Weingütern wie Roumier oder Bruno Clair im Burgund gearbeitet hat. Jetzt bewirtschaftet er seien eigenen Weinberge in Sonoma und versucht mit Hilfe der Biodynamie das Terroir der "True Northcoast" möglich genau abzubilden. Der Wein duftet dezent nach hellem Steinobst und Zitrusfrüchten, dazu rauchige Noten. Am Gaumen straff und eher karg, mit langem rauchig, mineralischem Abgang. Sehr dicht gewoben, gut durchtrainiert aber ohne Muscle Shirt und Bauchtasche. 

94/100