Syrah

Game of Rhônes

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Am ersten Oktober war es mal wieder soweit und eine Gruppe von Wein Süchtigen aus dem ganzen Ruhrgebiet fand sich bei mir im Restaurant zusammen um sich zum vierten mal gemeinsam etwas schlauer zu trinken. Diesmal drehte sich alles um das Anbaugebiet Rhône. 16 Weine, blind verkostet, weiß und rot, aus verschiedensten AOC´s der Rhone. Vom Syrah dominierten Norden bis runter in den Süden, wo die Rebsorte Grenache den Ton angibt. Es war wirklich ein sensationelles Tasting, mit einem insgesamt extrem hohem Qualität Niveau. Ich möchte aber an dieser Stelle nicht auf alle Weine eingehen, sondern zwei herausstellen die nicht nur auf meinem Zettel die am höchsten bewerteten waren. Auch in der abschließenden Auswertung belegten diese Tropfen Platz 1 und 2. 

Auf den zweiten Rang schaffte es ein legendärer Wein von der nördlichen Rhône, genauer aus der  Appellation Cote Rotie. Schon die Nase ein Traum aus kubanischer Maduro-Zigarre, geräuchertem Fleisch, Kakaopulver und Johannisbeere. Man merkt zwar das der Wein lange in neuen Holzfässern verbracht hat (42 Monate), doch hat die Flaschenreife alles wunderbar harmonisiert. Beim probieren wird es dann still am Tisch. Jeder merkt, dass hier etwas großes über die Zunge rollt. Das Tannin immer noch präsent, aber unglaublich fein und von einer irren Qualität. Der Wein hat Kraft, ist dabei aber straff mit belebender Säurestruktur. Extreme Länge. Es fällt das Wort "Nobel", welches ich hier absolut passend finde. Es ist ein 1994er La Mouline von Guigal. 89% Syrah, 11% Viognier von 75 Jahre alten Reben auf kalkigem Gneiss gewachsen. 97/100

Doch der Gewinner des Abends kam von der Südrhône, Ein monumentaler Chateauneuf du Pape aus dem Spitzenjahr 1995 von Paul Vincent Avril dem Herrn über Clos des Papes. 65% Grenache, 20% Mouvedre, 10% Syrah und 5% Muscardin, Counoise und Vaccarese komplett ohne Rappen für 15 Monate in alten Fuderfässern vergoren. In der Nase unverschämt intensiv nach Maul- und Brombeeren, Espresso und mediterranen Kräutern. Super komplex. Nach über 20 Jahren Reife immer noch eher von der Frucht dominiert. Am Gaumen Dicht und konzentriert, aber stets elegant. Feinstes Tannin, saftig, würzig und balanciert. Kleidet sofort den ganzen Mund aus und will nicht mehr gehen. Fast dekadent aber null kitschig. Nahe an der Perfektion mit minutenlangen Finish. 98/100

Ich kann mich nur wiederholen: Eine der spannendsten Proben bisher ! Weitere Highlight waren 2002 Hermitage Blanc von J.L. Chave, 1996 Hermitage La Chapelle von Jaboulet und ein irrer 1979er Chateauneuf du Pape von Jean Lefort, einem Negociant aus dem Burgund (!!), der nicht nur für sein Alter "ganz gut da stand", sondern mit viel Leder und getrockneter Erdbeere daher kam und richtig Soul hatte...

 

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Urlaubswein Teil I

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2 Wochen Sonne, Strand, Meer, Vulkan und Pasta Vongole.

Das war mein Programm im September. Aber natürlich sollte das Thema Wein auch im Urlaub nicht vernachlässigt werden. Wenn man schon an einer der spannendsten Ecken Italiens ist, stehen natürlich auch Winzer besuche an. Wen besucht man in Sizilien? Einen Belgier und einen Dänen! Logisch…die sprechen wenigstens Englisch.

Während man am Ätna Weinbau auf bis zu 800-950 Meter betreibt. Wird in Melilli und Not, wo Peter Vinding – Diers mit einer zauberhaften Frau Suzanne Ihr Weingut Montecarrubo gegründet haben, Syrah, Merlot, Carbernet Sauvignon und Malbec auf 150 Meter kultiviert. Über Peter Vinding – Diers könnte man vermutlich Tagelang schreiben deshalb hier nur eine Kurzfassung: 

Peter Vinding – Diers ist 1943 in Dänemark geboren. In seinem 1. Leben war er Kriegsberichterstatter, dann Winzer in Südafrika, Ungarn , Bordeaux und Sizilien, nebenbei hat er die Weinwelt revolutioniert. Während Peter vor 50 Jahren in Südafrika im Rustenberg mit seinen Rotweinen für Furore sorgt ist es eigentlich seine Pionierarbeit in dem südafrikanischen Weinforschungszentrum zu verdanken das Der Name Peter Vinding – Diers für immer mit dem Modernen Weinbau in Verbindung stehen wird. Denn Er bewies, dass jede Weinkellerei ihr eigenes Hefemilieu hat, und er zeigte, dass die lokalen Hefestämme einen großen Einfluss auf das Bouquet und den Geschmack des Weins haben. Diese damals noch absurde Theorie stieß im Bordeaux erst auf heftigen Widerstand konnte sich dann aber doch durchsetzten und findet sich in jedem Lehrbuch wieder. Als kleine Randnotiz sei noch erwähnt das er der Onkel von Peter Sisseck (Pingus) ist. An dessen Erfolg er auch nicht ganz unbeteiligt ist.

Aber kommen wir nun zum Wein...

P.V-D. konzentriert sich hauptsächlich auf den An und Ausbau von Syrah und hat eine Selektion Marsal, der nördlichen Rhone gepflanzt. Sein ersten Jahrgang Vigna Grande keltert er 2012 und ich habe die große Ehre neben seinen aktuellen Jahrgängen sein Erstlingswerk zu Verkosten!

2012 Vigna Grande

Facts:

Boden: Muschelkalk mit vulkanischen Einschlüssen

Höhe 150 Meter / konstant Windig 

Ausbau in 225L,  1x gebrauchtes Holz aus dem Bordeaux

18 Monate Ausbau

ungefiltert Abgefüllt 

Was für ein Duft! Man hathier das Gefühl, dass hier gleich die Oliven aus dem Glas springen und über den Tisch rollen ! Das ganze gepaart mit leichten anklängen vom Kubebenpfeffer der immer eine kleine Eukalyptusnote mit ins Spiel bringt. Hier gibt es keine Frucht! So gefällt mir Syrah. Die Tanine sind so was von weich und Charming, man hat das Gefühl der kriegt jeden rum....und hinten raus bei einem sehr guten, langen Finish eine super dezente schöne Süße von der ich nicht genug bekomme. Es ist ein Zeitloser Stil, nicht zu alkoholisch über extrahiert und süß, aber auch nicht federleicht dünn und sauer.

Der Wein wirkt gereift, keinerlei Primärfrucht, aber auch kein Stück müde! Die Farbe ist ist nicht sehr intensiv, am Rand eineleichte Braunfärbung. Ich würde sagen die Flasche ist gerade in einem perfektem Entwicklungsstadium. Das ist definitiv der beste Syrah den ich in Italien bisher trinken durfte! Und das ist der erste Jahrgang! Von frisch gepflanzten Reben ! Wow ich bin begeistert. Also für Syrah Freunde absolut zu empfehlen wenn die Pflanzen hier noch älter werden darf man sehr sehr großes Erwarten.  

Kaufen weglegen! Und nach 5 Jahren hat man sehr Viel Spaß damit...