Valentini

Es ist jetzt 3 Tage her das ich den Trebbiano Von Valentini getrunken habe.

Ich musste bisher jeden Tag daran denken….die Aromen, die mir bis dahin unbekannt waren in einem Weißwein und vor allem diese unglaubliche Dichte und Länge! Deshalb habe ich mich dazu entschlossen das erste Mal, über einen Wein zuschreiben...

Aber ich muss noch mal etwas zurückspulen.  

Meine erste Begegnung mit den Weinen von Edoardo Valentini ist ziemlich genau 1 Jahr her. Anfang Mai 2016 habe ich das erste Mal Valentini getrunken, damals war es Trebbiano 2007 zu einer Unterarm großen Languste, gemeinsam mit zwei der größten Weinnasen die ich kenne…

Und damit fing alles an! Ein Trebbiano aus den Abruzzen?...dachte ich… was soll daran groß sein? Dachte ich. Trebbiano, eine Rebsorte mit der ich nichts zu tun haben wollte…das galt eigentlich auch für das Gebiet Abruzzen und generell für ca. 95% aller italienischen Weißweine. Aber ich wurde eines Besseren belehrt...

Seit meiner ersten Berührung mit Valentini, ist ein regelrechter Abruzzen Hype entstanden. Die Preise für die Flaschen haben sich mal eben verdoppelt. Ein zweites großes Weingut darf dabei nicht unerwähnt bleiben, Emidio Pepe. Das Weingut ist quasi zeitgleich mit Valentini einen neuen Weg der Weinbereitung in den Abruzzen gegangen.

Die Frage stellt sich, ist der Hype aus dem Terroir entstanden oder liegt es einfach nur an Chiara und ihren Schwestern…?

In den letzten 12 Monaten hab ich Valentini gelegentlich probieren dürfen. 2007/ 2008/2010 Trebbiano und 2007 Cerasulo (Rose). Und dank eines ersteigerungsüchtigen Sommeliers aus München, am Montag den 1992 Trebbiano um den es jetzt geht!

Es war wieder einer der Abende, auf den man sich Wochen und Monate freut. Blindverkostung im Kreise absoluter Weinfreaks mit wunderschönen Weinen. Unter dem Motto: „heute trinken wir Groß!“

Und dann kam er ins Glas, ein wirklich goldgelber Wein mit unglaublicher Strahlkraft lies schon vermuten das hier etwas Gereiftes auf uns zukommt. Der erste Eindruck war geprägt von frischen grünen Oliven, Rapsblüten, Sesam, frische Sonnenblume und Getreide. Es war schnell klar dass, wir uns im Mittelmeerraum bewegen. Am Gaumen spiegelte der Wein den Eindruck wieder, er war unglaublich dicht, kompakt, nicht ölig…einfach sehr konzentriert. Es war kaum Säure vorhanden ( mittel minus -  #Idiotensprache) , was den Wein aber trotzdem nicht schwer wirken lies, da zum Glück kaum Süße vorhanden war. Er blieb sehr lange im Mund - minutenlang! Blind habe ich den Wein Richtung Südfrankreich gesteckt, Languedoc & Roussillion, Ende der 90er, Anfang der 00er Jahre erschien mir sinnvoll.    

Dann wurde die Alufolie von der Flasche gerissen und das herrlich goldene Etikett kam hervor. Als aller erstes fiel mein Blick auf den Jahrgang – neunzehnhundertzweiundneunzig! Die wahre Größe des Weines kam jedoch erst 2 Stunden später zum Vorschein. Beim Nachprobieren des Trebbianos strömte auf einmal eine unglaubliche Kaffeearomatik aus dem Glas. Hier spreche ich von einer milden, hellen und fruchtigen Röstung einer kleinen Manufaktur und nicht die verbrannten, oxidierten Bohnen großer Hersteller. Zudem eine Schokoladennote die zwischen Vollmilch und weißer Schoki liegt. Das Ganze erinnerte an die Merci Kaffeepralinen, die meistens gemeinsam mit Marzipan bis zum Schluss übrig bleiben... Auch eine Bananennote a la Bananasplit, war urplötzlich in der Nase. Wo kommt dasalles her? Wie geht das? Irre! und der Wein wurde immer trinkiger, aber leiderleerte sich die Flasche sehr schnell…ich hätte mich über stunden in der Aromatik verlieren können. Das war mit Abstand der beste italienische Vino bianco den ich je verkostet habe. 

Don’t cry Emidio Pepe!

Somit kann ich den Hype absolut nachvollziehen und bestätigen. Schade, dass es nur so wenige Flaschen gibt! Vielen Dank für die Flasche Toro! Bitte ersteigere fleißig weiter ; )