Urlaubswein Teil II

Frank Cornelissen ist der Naturalwinemaker am Ätna. Sein Ziel ist es, die Trauben, das Terrior und den Jahrgang so unverfälscht wie möglich in die Flasche zu bekommen. Das macht er mit einer sehr strengen Selektion und Weinbergsarbeit (er hat ein festes Team von ca. 35 Mitarbeitern) und im Keller setzt er ausschließlich auf Glasfiebertanks. 

Im Jahr 2000 startet er mit einer kleinen Parzelle von 0,5 ha mit prephylloxera Nerello Mascalese Reben auf eine Höhe von 920 Meter sein Weingut. Mittlerweile ist das Weingut auf gute 13 ha angewachsen und Frank ist seinem Ziel noch näher gekommen. Er hat seinen Weg gefunden und bringt die ungewöhnlichsten Weine am Ätna hervor. Franks Weine werden immer sauberer und präziser wie er selbst sagt. Er lernt mit jedem Jahrgang dazu. Deshalb haben seine aktuellen Weißweine auch nichts mehr mit den Maischevergorenen Orangeweinen vom Anfang zu tun. Das begrüße ich sehr! n einer kleinen Enoteca Wine&Charme in Catania bei Antonio hatte ich dann das Vergnügen eine Flasche Cornelissen zu trinken. 

2015 Munjebel CR (Campo Re)

Facts:

Rebsorte: 100%  Nerello Mascalese

Einzellage: Campo Re
Höhe: 730m.
Alter der Reben: 70+
Boden: Vulkanischer Boden

Ausbau (Alle roten werden gleich vinifiziert): 100% entrappt, leicht angedrückt,  2 Monate Mazeration, 1 Jahr in Glasfiebertank

Alk.: 13,5%

Produktion: ca. 2.500 Fl.

Erster Jahrgang: 2015

Die Nase ist sowas von funky! Es riecht nach fermentierten Rotkohl mit extrem viel Senfsaat. Hier tut sich was im Glas, der Wein verändert sich ständig. Der Antrunk ist Wahnsinn. Es passiert auch am Gaumen so viel, das es schwierig ist das alles einzuordnen. Der Wein ist eben noch jung und unruhig. Macht aber trotzdem enorm viel Spaß und hat einen irren Zug.

Nach den Irritierenden kohligen Noten kommt langsam die Frucht hervor. Etwas frisches pflaumiges, in Richtung Schlehe gehend, da auch eine prägnante Tanninstruktur zu schmecken ist. Aber alles sehr frisch, leicht und umgeben von einer schönen rauchigen Note.

Mittlerweile tritt auch die Frucht zurück und eine waldige Note tritt in den Vordergrund. Man steht plötzlich in einem Pinienwald umgeben von braunen Champignons. Am Gaumen beruhigt sich der Wein, im Laufe einer Stunde ist der störrische Munjebel zu einem sehr geschmeidigen femininen Wein geworden.  Das Fleisch einer ins Feuer geworfene Roten Paprika dominiert hier. Zum Schluss der Flasche kommen grüne Olivennoten aus dem Glas…dann ist die Flasche schon leer…verdammt.

Frank selbst vergleicht die Rebsorte Nerello Mascalese mit Nebbiolo und Pinot Noir je nach Jahrgang und Lage. Für mich ging es eher dank der Struktur und der Aromen eher Richtung Gamay und Listan Negro. Vielleicht weil ich beide eher vom Vulkanboden kenne. 

  

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Game of Rhônes

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Am ersten Oktober war es mal wieder soweit und eine Gruppe von Wein Süchtigen aus dem ganzen Ruhrgebiet fand sich bei mir im Restaurant zusammen um sich zum vierten mal gemeinsam etwas schlauer zu trinken. Diesmal drehte sich alles um das Anbaugebiet Rhône. 16 Weine, blind verkostet, weiß und rot, aus verschiedensten AOC´s der Rhone. Vom Syrah dominierten Norden bis runter in den Süden, wo die Rebsorte Grenache den Ton angibt. Es war wirklich ein sensationelles Tasting, mit einem insgesamt extrem hohem Qualität Niveau. Ich möchte aber an dieser Stelle nicht auf alle Weine eingehen, sondern zwei herausstellen die nicht nur auf meinem Zettel die am höchsten bewerteten waren. Auch in der abschließenden Auswertung belegten diese Tropfen Platz 1 und 2. 

Auf den zweiten Rang schaffte es ein legendärer Wein von der nördlichen Rhône, genauer aus der  Appellation Cote Rotie. Schon die Nase ein Traum aus kubanischer Maduro-Zigarre, geräuchertem Fleisch, Kakaopulver und Johannisbeere. Man merkt zwar das der Wein lange in neuen Holzfässern verbracht hat (42 Monate), doch hat die Flaschenreife alles wunderbar harmonisiert. Beim probieren wird es dann still am Tisch. Jeder merkt, dass hier etwas großes über die Zunge rollt. Das Tannin immer noch präsent, aber unglaublich fein und von einer irren Qualität. Der Wein hat Kraft, ist dabei aber straff mit belebender Säurestruktur. Extreme Länge. Es fällt das Wort "Nobel", welches ich hier absolut passend finde. Es ist ein 1994er La Mouline von Guigal. 89% Syrah, 11% Viognier von 75 Jahre alten Reben auf kalkigem Gneiss gewachsen. 97/100

Doch der Gewinner des Abends kam von der Südrhône, Ein monumentaler Chateauneuf du Pape aus dem Spitzenjahr 1995 von Paul Vincent Avril dem Herrn über Clos des Papes. 65% Grenache, 20% Mouvedre, 10% Syrah und 5% Muscardin, Counoise und Vaccarese komplett ohne Rappen für 15 Monate in alten Fuderfässern vergoren. In der Nase unverschämt intensiv nach Maul- und Brombeeren, Espresso und mediterranen Kräutern. Super komplex. Nach über 20 Jahren Reife immer noch eher von der Frucht dominiert. Am Gaumen Dicht und konzentriert, aber stets elegant. Feinstes Tannin, saftig, würzig und balanciert. Kleidet sofort den ganzen Mund aus und will nicht mehr gehen. Fast dekadent aber null kitschig. Nahe an der Perfektion mit minutenlangen Finish. 98/100

Ich kann mich nur wiederholen: Eine der spannendsten Proben bisher ! Weitere Highlight waren 2002 Hermitage Blanc von J.L. Chave, 1996 Hermitage La Chapelle von Jaboulet und ein irrer 1979er Chateauneuf du Pape von Jean Lefort, einem Negociant aus dem Burgund (!!), der nicht nur für sein Alter "ganz gut da stand", sondern mit viel Leder und getrockneter Erdbeere daher kam und richtig Soul hatte...

 

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Urlaubswein Teil I

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2 Wochen Sonne, Strand, Meer, Vulkan und Pasta Vongole.

Das war mein Programm im September. Aber natürlich sollte das Thema Wein auch im Urlaub nicht vernachlässigt werden. Wenn man schon an einer der spannendsten Ecken Italiens ist, stehen natürlich auch Winzer besuche an. Wen besucht man in Sizilien? Einen Belgier und einen Dänen! Logisch…die sprechen wenigstens Englisch.

Während man am Ätna Weinbau auf bis zu 800-950 Meter betreibt. Wird in Melilli und Not, wo Peter Vinding – Diers mit einer zauberhaften Frau Suzanne Ihr Weingut Montecarrubo gegründet haben, Syrah, Merlot, Carbernet Sauvignon und Malbec auf 150 Meter kultiviert. Über Peter Vinding – Diers könnte man vermutlich Tagelang schreiben deshalb hier nur eine Kurzfassung: 

Peter Vinding – Diers ist 1943 in Dänemark geboren. In seinem 1. Leben war er Kriegsberichterstatter, dann Winzer in Südafrika, Ungarn , Bordeaux und Sizilien, nebenbei hat er die Weinwelt revolutioniert. Während Peter vor 50 Jahren in Südafrika im Rustenberg mit seinen Rotweinen für Furore sorgt ist es eigentlich seine Pionierarbeit in dem südafrikanischen Weinforschungszentrum zu verdanken das Der Name Peter Vinding – Diers für immer mit dem Modernen Weinbau in Verbindung stehen wird. Denn Er bewies, dass jede Weinkellerei ihr eigenes Hefemilieu hat, und er zeigte, dass die lokalen Hefestämme einen großen Einfluss auf das Bouquet und den Geschmack des Weins haben. Diese damals noch absurde Theorie stieß im Bordeaux erst auf heftigen Widerstand konnte sich dann aber doch durchsetzten und findet sich in jedem Lehrbuch wieder. Als kleine Randnotiz sei noch erwähnt das er der Onkel von Peter Sisseck (Pingus) ist. An dessen Erfolg er auch nicht ganz unbeteiligt ist.

Aber kommen wir nun zum Wein...

P.V-D. konzentriert sich hauptsächlich auf den An und Ausbau von Syrah und hat eine Selektion Marsal, der nördlichen Rhone gepflanzt. Sein ersten Jahrgang Vigna Grande keltert er 2012 und ich habe die große Ehre neben seinen aktuellen Jahrgängen sein Erstlingswerk zu Verkosten!

2012 Vigna Grande

Facts:

Boden: Muschelkalk mit vulkanischen Einschlüssen

Höhe 150 Meter / konstant Windig 

Ausbau in 225L,  1x gebrauchtes Holz aus dem Bordeaux

18 Monate Ausbau

ungefiltert Abgefüllt 

Was für ein Duft! Man hathier das Gefühl, dass hier gleich die Oliven aus dem Glas springen und über den Tisch rollen ! Das ganze gepaart mit leichten anklängen vom Kubebenpfeffer der immer eine kleine Eukalyptusnote mit ins Spiel bringt. Hier gibt es keine Frucht! So gefällt mir Syrah. Die Tanine sind so was von weich und Charming, man hat das Gefühl der kriegt jeden rum....und hinten raus bei einem sehr guten, langen Finish eine super dezente schöne Süße von der ich nicht genug bekomme. Es ist ein Zeitloser Stil, nicht zu alkoholisch über extrahiert und süß, aber auch nicht federleicht dünn und sauer.

Der Wein wirkt gereift, keinerlei Primärfrucht, aber auch kein Stück müde! Die Farbe ist ist nicht sehr intensiv, am Rand eineleichte Braunfärbung. Ich würde sagen die Flasche ist gerade in einem perfektem Entwicklungsstadium. Das ist definitiv der beste Syrah den ich in Italien bisher trinken durfte! Und das ist der erste Jahrgang! Von frisch gepflanzten Reben ! Wow ich bin begeistert. Also für Syrah Freunde absolut zu empfehlen wenn die Pflanzen hier noch älter werden darf man sehr sehr großes Erwarten.  

Kaufen weglegen! Und nach 5 Jahren hat man sehr Viel Spaß damit...

 

Bordeaux Biodynamisch

Das Bordelaise ist gilt ja doch eher als ein konservatives Weinanbaugebiet was bio-oder biodynamische Bewirtschaftung angeht. Im Vergleich mit dem kurz zu vor besuchten Loire Tal ist es das auch. Aber bei vielen Häusern des linken und rechten Ufers, findet seit einigen Jahren ein Umdenken statt. Auch bei den Big Playern der Grand Cru Chateaux. Eins der besten Beispiele ist sicher das Chateau Pontet Canet. 1855 als fünfter Cru klassifiziert, würde es heute nicht nur wegen der 100 Punkte von Bobby Parker für den 2010er, ganz oben mit dabei sein. Das Chateau Pontet Canet liegt im Herzen des Medoc in Paulliac. Seit die Familie Tesseron das Ruder in der Hand hält, wird der Gedanke der Biodynamie stetig weiter entwickelt. Seit 2014 ist das Weingut sogar Mitglied im Demeter Verband. Trotz der Größe wird hier alles daran gesetzt stark im Einklang mit der Natur zu arbeiten und mit Hilfe von lebendigen Böden und schonender Verarbeitung noch mehr Terroir in die Flasche zu bekommen. In den mit 10.000 Stöcken pro Hektar sehr dicht bepflanzten Weinbergen, werden 8 Pferde eingesetzt um diese zu bearbeiten. Die Gäule verdichten den Boden deutlich weniger als ein Traktor, doch schaffen sie nur knappe 40ha und damit nur die Hälfte der Rebfläche. "Das werden wir bald ändern", erzählt die junge Justine Tesseron und zeigt uns stolz die Baustelle für die neuen Stallungen. Hier werden bald zwanzig Pferde Platz haben um die komplette Rebfläche zu bewirtschaften.

 

Im Keller angekommen gehen wir vorbei an den hölzernen Bottichen in dem ausschließlich der Cabernet vergoren wird. Merlot wandert in die sich nach oben verjüngenden Beton Behälter. Durch die spezielle Form, die Kellermeister Jean-Michel Comme ausgetüftelt hat, wälzt sich der Maischehut von selbst bei der Gärung um, so das weniger über gepumpt werden muss. Auch ein Pferdeanhänger mit dem man mehrere Rebzeilen gleichzeitig mit biodynamischen Präparaten spritzen kann, hat der Kerl erfunden, verrät Justine Tesseron. Neben dem imposanten Barrique Keller dann etwas, das man in Bordeaux vielleicht nicht erwartet: Tonamphoren und zwar eine Menge ! Wobei Ton nicht ganz richtig ist. Sie sind aus einer Mischung aus Ton, Beton, Lehm und Kies, zum Teil aus dem Boden der Weinberge. Damit der Wein etwas von seinem Terroir mitbekommt und sich zu Hause fühlt. Über 35% macht der Anteil aus diesen, Dolia genannten Amphoren in den Erstwein aus. 

Jetzt geht es ein Stockwerk höher, wo von mehreren fahrbaren Bändern direkt in die Gärstander mit vorgeschalteter Traubenmühle sortiert werden kann. Hier gibt es dann auch den 2016er Grand Vin als Fassprobe zu verkosten. 65% Cabertnet Sauvignon, 30% Merlot, der Rest Cabernet Franc und Petit Verdot. Dunkel, mit violettem Schimmer fließt er in Glas und duftet intensiv nach Cassis, Brombeere, Pflaumen, Maduro Zigarre und gerösteter roter Paprika. Für einen jungen Paulliac sehr zugänglich und mit moderatem Holzeinsatz und festem, reifem Tannin. Das wird in einigen Jahren geiler Stoff werden ! 

Chateau Pontet Canet ist ein wirklich faszinierendes Weingut mit sehr progressiven Besitzern, welche nun auch ihre ersten vinophilen Versuche in Kalifornien wagen. Kürzlich kaufte Alfred Tesseron im Westen Napas die Villa Sorriso, samt Weinbergen vom 2014 verstorbenen Schauspieler Robin Williams. 

 

Für unsere zweite Station müssen wir das Ufer wechseln. Wir fahren 15 Minuten von St. Emilion nach Osten nach St. Cibard, an die Côte de Franc. In dieser ruhigen, hügeligen Region liegt das Chateau Le Puy. In Kennerkreisen gefeiert, ist es doch immer noch ein eher unbekanntes Haus. Doch ein sehr besonderes. Denn auf Le Puy praktiziert man seid über 400 Jahren biologischen und später biodynamischen Weinbau ! Das heißt die Weinberge haben niemals Herbizide oder Kunstdünger gesehen. Emelien Arbeau erzählt, dass dies eigentlich aus einem Zufall heraus passiert ist, denn als damals künstliche Spritzmittel aufkamen, war ihr Vorfahr schlicht und ergreifend zu geizig um diese zu kaufen. Daraus ist quasi ein Tradition des spartanischen Weinbaus geworden. Heute bewirtschaften die Arbeaus auf Le Puy ca 40ha ??? Rebfläche Komplett biodynamisch mit allem was dazugehört: Eigenen Pferden, Kühen, Bienenstöcken und 50 ha Wäldern, Wiesen und einem kleinen See. Zuerst heisst ab in in die Weinberge. Und wo es bei Pontet Canet einen Golfcart gab, gibt es bei Le Puy Gummistiefel. Es geht vorbei an der steinigen Parzelle direkt am Haus, hier nur "The Rock" genannt (warum erklärt sich glaube ich von selbst), aus welcher der Top Wein Barthelemy stammt. Dann den Hügel runter zum weingutseigenen Stonehenge, einer alten Kultstätte der Wikinger, neben dem die riesigen Arbeitspferde seelenruhig grasen. Ein irgendwie verwunschen wirkender Ort... 

Danach geht es mit Madame Arbeau, die grade mit ihrem Russisch Unterricht fertig ist in der Keller, der anmutet wie eine Zeitkapsel. Die großen, eckigen Beton Gärbecken sind schon seit vielen Dekaden im Einsatz und die viele Tausend Liter fassenden Holzfässer in denen der "Basiswein" Namens Emilien ausgebaut wird, hat man kurz nach dem zweiten Weltkrieg der französischen Bahn abgekauft. Diese benutzte sie als Tanks auf ihren Güterzügen um Wein zu transportieren. Wieder ein Story die perfekt in diese zweckmäßige Sparfuchs-Philosophie des Weingutes passt. Weiter geht es in den Barriquekeller mit ausschließlich gebrauchten Fässern. Neues Holz gibt es auf Chateau Le Puy nicht. Wenn mal neue Fässer angeschafft werden, werden diese so lange ausgewaschen bis jeglicher Holzgeschmack verschwunden ist. Hier unten reift der "Barthelemy" und zwar auf eine ganz besondere Weise. Der Wein wird mehrmals pro Woche dynamisiert, d.h. mit einem Stock wird durch den Spund in den Wein mit schnellen Bewegungen ein Strudel oder Vortex gerührt, abwechselnd mal nach links, mal rechts herum. nach 20-24 Monaten kommt er dann bei Vollmond unfiltriert und ohne Zusatz von Schwefel auf die Flasche. Das Ergebnis ist erstaunlich. Barthelemy hat auch in jungen Jahren schon eine ins Kaminrote gehende Randaufhellung, was man eigentlich eher von reifen Weinen kennt. Trotzdem oder gerade deshalb sind die Le Puy Weine durch die Bank extrem lagerfähig. Auch die Textur ist anders, irgendwie dicker, ohne schwer zu wirken. Der 2011er den wir anschließend verkosten duftet erdig, nach Zwetschge, Orangenschale und orientalischen Gewürzen. Am Gaumen mit rundem Tannen und erfrischender Säure, alles unterlegt von einer dunklen Mineralik. Mit nichts im Bordelaise zu vergleichen und trotzdem typisch Bordeaux. Daher versucht sich die Familie Arbeau auch seid einiger Zeit ihre eigene AOC für "The Rock" zu erkämpfen. Sie sind mittlerweile auf EU Ebene angekommen.

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Zum Abschluss besichtigen wir noch das kleine Weinarchiv wo Jahrgänge bis 1917 schlummern. Aber was sind schon hundert Jahre...? Chateau Le Puy feierte mit dem Jahrgang 2010 sein 400-jähriges bestehen ! 

Valentini

Es ist jetzt 3 Tage her das ich den Trebbiano Von Valentini getrunken habe.

Ich musste bisher jeden Tag daran denken….die Aromen, die mir bis dahin unbekannt waren in einem Weißwein und vor allem diese unglaubliche Dichte und Länge! Deshalb habe ich mich dazu entschlossen das erste Mal, über einen Wein zuschreiben...

Aber ich muss noch mal etwas zurückspulen.  

Meine erste Begegnung mit den Weinen von Edoardo Valentini ist ziemlich genau 1 Jahr her. Anfang Mai 2016 habe ich das erste Mal Valentini getrunken, damals war es Trebbiano 2007 zu einer Unterarm großen Languste, gemeinsam mit zwei der größten Weinnasen die ich kenne…

Und damit fing alles an! Ein Trebbiano aus den Abruzzen?...dachte ich… was soll daran groß sein? Dachte ich. Trebbiano, eine Rebsorte mit der ich nichts zu tun haben wollte…das galt eigentlich auch für das Gebiet Abruzzen und generell für ca. 95% aller italienischen Weißweine. Aber ich wurde eines Besseren belehrt...

Seit meiner ersten Berührung mit Valentini, ist ein regelrechter Abruzzen Hype entstanden. Die Preise für die Flaschen haben sich mal eben verdoppelt. Ein zweites großes Weingut darf dabei nicht unerwähnt bleiben, Emidio Pepe. Das Weingut ist quasi zeitgleich mit Valentini einen neuen Weg der Weinbereitung in den Abruzzen gegangen.

Die Frage stellt sich, ist der Hype aus dem Terroir entstanden oder liegt es einfach nur an Chiara und ihren Schwestern…?

In den letzten 12 Monaten hab ich Valentini gelegentlich probieren dürfen. 2007/ 2008/2010 Trebbiano und 2007 Cerasulo (Rose). Und dank eines ersteigerungsüchtigen Sommeliers aus München, am Montag den 1992 Trebbiano um den es jetzt geht!

Es war wieder einer der Abende, auf den man sich Wochen und Monate freut. Blindverkostung im Kreise absoluter Weinfreaks mit wunderschönen Weinen. Unter dem Motto: „heute trinken wir Groß!“

Und dann kam er ins Glas, ein wirklich goldgelber Wein mit unglaublicher Strahlkraft lies schon vermuten das hier etwas Gereiftes auf uns zukommt. Der erste Eindruck war geprägt von frischen grünen Oliven, Rapsblüten, Sesam, frische Sonnenblume und Getreide. Es war schnell klar dass, wir uns im Mittelmeerraum bewegen. Am Gaumen spiegelte der Wein den Eindruck wieder, er war unglaublich dicht, kompakt, nicht ölig…einfach sehr konzentriert. Es war kaum Säure vorhanden ( mittel minus -  #Idiotensprache) , was den Wein aber trotzdem nicht schwer wirken lies, da zum Glück kaum Süße vorhanden war. Er blieb sehr lange im Mund - minutenlang! Blind habe ich den Wein Richtung Südfrankreich gesteckt, Languedoc & Roussillion, Ende der 90er, Anfang der 00er Jahre erschien mir sinnvoll.    

Dann wurde die Alufolie von der Flasche gerissen und das herrlich goldene Etikett kam hervor. Als aller erstes fiel mein Blick auf den Jahrgang – neunzehnhundertzweiundneunzig! Die wahre Größe des Weines kam jedoch erst 2 Stunden später zum Vorschein. Beim Nachprobieren des Trebbianos strömte auf einmal eine unglaubliche Kaffeearomatik aus dem Glas. Hier spreche ich von einer milden, hellen und fruchtigen Röstung einer kleinen Manufaktur und nicht die verbrannten, oxidierten Bohnen großer Hersteller. Zudem eine Schokoladennote die zwischen Vollmilch und weißer Schoki liegt. Das Ganze erinnerte an die Merci Kaffeepralinen, die meistens gemeinsam mit Marzipan bis zum Schluss übrig bleiben... Auch eine Bananennote a la Bananasplit, war urplötzlich in der Nase. Wo kommt dasalles her? Wie geht das? Irre! und der Wein wurde immer trinkiger, aber leiderleerte sich die Flasche sehr schnell…ich hätte mich über stunden in der Aromatik verlieren können. Das war mit Abstand der beste italienische Vino bianco den ich je verkostet habe. 

Don’t cry Emidio Pepe!

Somit kann ich den Hype absolut nachvollziehen und bestätigen. Schade, dass es nur so wenige Flaschen gibt! Vielen Dank für die Flasche Toro! Bitte ersteigere fleißig weiter ; )

 

 

 

12 Jahre in Little Tokyo

Es sprüht feiner, kalter Regen abwechselnd von links, rechts und oben an diesem Montag, im Februar durch die Düsseldorfer Altstadt, die kaum belebt ist. Und nichts deutet darauf hin, das in wenigen Tagen die rheinische Frohnatur dem Höhepunkt des Jahres entgegenfiebert. Die Frau Koos, der Werzl und ich stehen vorm Uerige und leeren die Reste der Flasche 92er Réserve von Lauer, die Frau Koos als Wegzehrung für den Zug von Bochum nach Düsseldorf mitbrachte. Wir genehmigen uns im Brauhof der Brauerei jeder noch zwei Uerige, während um uns der Köbes mit frischen Frikadellen auf einem silbernen Tablett kreist. Und drehen im Gespräch langsam den Fokus auf den Abend. Denn Erwartungen hat man genug, wenn die Möglichkeit sich bietet 12 Jahrgänge von Wittmanns Morstein und Rebholzs Kastanienbusch zu trinken.

Drei Faktoren in der Kombination mit Überraschungs-Potenzial: Riesling, GG und biodynamisch angebaut. 

Es geht zur Klosterstraße mitten im Little Tokyo Düsseldorfs. Das man laut zahlreicher Erwähnungen in den Restaurant-Führern, auch Little Baiersbronn nennen könnte. So dicht sind hier Punkte vom Gault Millau für meist japanische Restaurants angesiedelt. Dazu kommen zwei Michelin Sterne, dessen gekürte Restaurants nur ein paar Häuser voneinander entfernt liegen. Einer dieser Sterne wurde im Dezember, dem erst im letzten Frühjahr eröffneten NENIO von Bastian Falkenroth verliehen. Das zugleich der Ort unserer Probe ist. Ein Kitchen Table Konzept mit braunen Lederhockern, langen dunklen Vorhängen die von der Außenwelt abschotten und einem u-förmigen Tresen. Letzteres sticht mir direkt in den Sinn, wird die Diskussionen um jeden Wein des Abends wie eine Arena akustisch konzentrieren.  

Die Teilnehmer des Abends sind bunt gemischt, Offline wie Online Kontakte. Die sich teilweise zum ersten Mal, in der realen Weinwelt sehen. Und doch kennt man den Geschmack des anderen, dank mit hoher Schlagzahl befüllter Instagram Accounts mit unzähligen Flaschenfotos und kurzen Notizen darunter, oder teils hitziger und leidenschaftlicher Diskussionen in der Facebook Hauptsache Wein Gruppe. Wir resetten zum Start den Gaumen mit einem Glas 2014er Riesling Brut von Reichsrat von Buhl aus der Magnum. Nehmen am Tresen Platz, und unseren beiden Initiatoren des Abends Christian Farago und Kollege Werzl schwenken die Startflagge. 

2015

Morstein:

Reiht sich nahtlos mit einer schon sehr hohen Zugänglichkeit in die vielen 15er Weine ein. Wirkt jetzt schon sehr kompakt und konzentriert, mit einer zum verliebenden packenden Säure. Etwas arg reduktiv und schwefelig, das sollte die Zeit aber richten. Für mich mit einem riesen Potenzial, und mit einer der Weine des Abends. (95+)

Kastanienbusch:

Absolut verschlossen, und der Rest hat sich im Gegensatz zum Morstein noch nicht gefunden und wirkt deutlich unharmonisch. Die Säure deutlich härter. Ein wenig Wundertüte mit Tendenz nach oben. (93)
 

2014

Morstein:

Neben dem absolut verschlossenem, wirkt der 14er Morstein sehr diffus und unruhig. Lässt mich mit Fragezeichen zurück, würde ich gerne in ein paar Jahren nochmal probieren. (89)

Kastanienbusch:

Leicht ölig, mit einer guten Struktur. Sehr zugänglich und einer gut aber einen Tick zu wenig Säure, die den Wein dann doch etwas zu langweilig werden lässt. (91)
 

2013

Morstein:

Ordentlich klirrende und polternde Säure. Dazu sehr schüchterne gelbe Früchte. Könnte mal groß werden. An dem Abend eine weitere der vielen Wundertüten. (91+)

Kastanienbusch: In diesem Jahr wurde kein Kastanienbusch gemacht.

 

2012

Morstein:

Erste leichte Anklänge von Reife aber noch ein wenig Speck auf den Hüften. Eine super Struktur und ordentlich straff am Gaumen. Sehr schöne Salzigkeit. (93+)

Kastanienbusch:

Floral und sehr geradlinig, nicht der größte des Abends aber auch nicht der schlechteste. Jetzt trinken. (89)

 

2011

Morstein:

Schöne Reife, und bringt eigentlich alles mit was ein großer Wein brauch, wenn da nur nicht die ultrakurze Länge wäre, die dann all das zuvor aufgebaute in Luft auflöst. (92)

Kastanienbusch:

Was ein dichtes, feines und cremiges Brett von Wein. Eine Feingliedrigkeit die dann mit dieser wilden Würzigkeit tanzt. (95)

 

2010

Morstein:

Wie ein großer! Gute Reife, viele Noten nach eingemachtem süßem Steinobst. Wirkt aber dennoch nicht zu dick oder plump, dank einer gut präsenten Säure. Diese Balance macht es dann richtig spannend. (94+)

Kastanienbusch:

In your face Arschjahr! In der Nase springt einen die Tennisballdose an, und am Gaumen tanzt die Säure zu Prince Let's go crazy bis tief in die Nacht. Jugendlich, irre komplex und trotzdem mit dem Drang immer noch ein weiteres Glas zu trinken. Kaufen, und zwar alles was man bekommen kann. (96+)

#kastanienbusch vs #morstein #wittmann #rebholz #riesling #nenio #düsseldorf #wein #zerodosagewineblog

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2009

Morstein:

Die Wundertüten werden an diesem Abend zum roten Faden. Sehr mollig, fast barock, aber dafür fehlt Ihm jegliche Eleganz. Schwierig. (90+)

Kastanienbusch:

Macht es leider auch nicht besser. Sehr viel alter geriebener Apfel und ziemlich breit. Noch schwieriger. (89)

 

2008

Morstein:

Endlich ein Flight mit Weinen auf Augenhöhe. Eine wunderbare nobler Eleganz mit hohem Extrakt und sehr feiner Würze. Kaum Spur von Reife. (95)

Kastanienbusch:

Leicht phenolisch und wenig dicker als der Morstein. Aber sehr sehr attraktiv. (94)

 

2007

Morstein:

Wunderschön schlank und Reif aber noch mit einer sehr wachen Säure. Wechsel zwischen Präzision und diffuser Schwerelosigkeit. Dazu sehr subtile Rauchnoten. (93)

Kastanienbusch:

Wirkt leider deutlich fortgeschrittener. Ein Berg voller gemüsige Noten. Die sich dann zu einem vermischten Allerlei ergeben. (89+)
 

2006

Morstein:

Mit der Nase lockt er, am Gaumen überrascht er. Verspricht sehr viel und wirkt dann leider arg mager und ohne komplexere Struktur. (90)

Kastanienbusch:

Puh. Ich glaube im Tenor der Anwesenden der schwächste Wein des Abends. (83)

 

2005

Morstein:

Sehr breit und plump. Nach Recherche bei anderen Verkostungen würde ich auf eine fehlerhafte Flasche tippen. (-)

Kastanienbusch:

Deutlich phenolischer als 2008. Dominiert vorne mit Minze und feinen Bittertönen im Abgang. (91+)

 

2004

Morstein:

Werthers Echte dessen Sahnigkeit lang am Gaumen bleibt. Noch recht gute Struktur. (90)

Kastanienbusch:

Ein wenig Petersilie, deutliche Reife aber noch sehr gut beieinander. (88+)


2003

Kastanienbusch: 

Ich hätte hier eigentlich fast nichts erwartet. Dafür ist hier noch recht viel da. Die Hitze des Sommers ist deutlich schmeckbar, aber dafür kämpft sich Mutig noch eine Portion Säure durch diesen Wein. (91)

Danke an Christian Farago und Tibor Werzl für die Zusammenstellung dieser sehr lehrreichen Vertikale, und an das ganze Team von Bastian Falkenroth für die kulinarische Begleitung. Viele Weine waren oft nur einen Hauch voneinander entfernt. Vieles aber würde ich gerne nochmal in ein paar Jahren probieren. Und 2010 bleibt der meist unterschätze Jahrgang in Deutschland...

Bordeaux 1986

Bordeaux Tasting Jahrgang 1986 im eigenen Haus. Ein sehr netter und großzügiger Gast, aus dessen Keller die Weine zum Großteil stammten, bat mich die Probe vorzubereiten und ein wenig zu moderieren. Da lacht das Sommelier Herz. Vor allem wenn es sich noch um den eigenen Geburtsjahrgang handelt. 30 Jahre...Fuck ! 

 

Die meisten Weine der Probe kamen vom linken Ufer der Gironde, waren also eher Cabernet Sauvignon lastig. Ich denke das war auch gut so, denn 86 war nicht grade das Jahr für Merlot. Starke Regenfälle, die teilweise sogar zu Überflutungen führten, machten im September den Winzern in Pomerol und St. Emilion das leben schwer. Der heiße, trockene Sommer begünstigte eher das rechte Ufer und sorgte vor allem in Paulliac und St. Julien für tanninstarke, kräftige Weine, welche in der Jugend sicher ruppig waren, dafür aber ein langes Leben vor sich haben. Wer sich traute den Cabernet möglichst lange hängen zu lassen, hatte am Ende die besten Karten. 

Nach 3 Dekaden zeigen sich die Weine in guter bis sehr guter Verfassung. Sicherlich nicht charming aber fest, frisch, gerbstoffbetont und mit vollem Körper. Die Weine die noch ordentlich Frucht mit in 2017 retten konnten, haben mit am meisten Spass gemacht. Einziges Problem war in welch unterschiedlichem Zustand manche Flaschen, nicht nur aus einem Keller, sondern sogar aus der selben Kiste waren. Zum Beispiel Pichon Longueville Comtesse de la Lande. Drei Flaschen. Eine Top: Klassischer Bordeaux wie aus dem Lehrbuch, Cassis, ein Hauch grüne Paprika, dunkle Schokolade, Kaffee. (94) Die zweite Flasche total diffus und stumpf, die Dritte Kork. Das TCA-Monster holte sich an dem Abend leider auch Palmer und L´Eglise Clinet.

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Der massivste und am jüngsten wirkende Wein der Probe war Leoville Barton. Gleichzeitig auch der mit dem höchsten Cabernet Anteil. Bei diesem Wein geht das Trinkfenster grade erst einen Spalt weit auf. Die Tannine fangen langsam an weich zu werden und lassen Cassis und Holunder Aromen durch, dazu etwas grüne Paprika und Holzkohle. Voller Körper, ein Maul voll Wein. Würde ich mir ohne zu zögern in den Keller legen und in ein paar Jahren zu einen riesigen Steak trinken. (95) Auch in St. Julien, aber etwas weiter Richtung Paulliac liegt das Chateau Leoville Las Cases und von hier stammt für mich der Wein des Abends. Der Grand Vin duftet nach Roter und schwarzer Johannisbeere, roter, gerösteter Paprika, Rauch, Bleistift und Mokka. Am Gaumen fast perfekte Balance: Saftige Säure, feines festes Tannin, Frucht, Würze, ewig langes Finish. Alles da ! (98)

 

Nicht unerwähnt will ich Haut-Brion lassen. Der Premier Cru aus Pessac Leognan mit seinem recht hohen Merlot Anteil, hebt sich von allen Weinen der Probe ab. Sehr eleganter, feiner, fast schlanker Stil. Der Wein mit dem feinsten Tannin. Unfassbar spannende Nase: Curry, Lorbeer, Miso, Zeder und kubanische Zigarren. Am Gaumen mit dezenter Kirsch- und Brombeer Frucht die mit Luft zunehmend präsenter wird. (96)

Ein Winzer mit Mission - 24h Laurenziberg

Es sind vielleicht die letzten warmen Tage in diesem Jahr. Die Mittagssonne scheint auf die vom Herbst gelb und rot gefärbten Weinberge. Vogelzwitschern, Totale Postkarten Idylle. Einzig die regelmäßig vorbeiziehenden Flugzeuge verraten das nahe Frankfurt nördlich des Rheins. Ich stehe in Gau-Algesheim im nördlichsten Zipfel des Anbaugebietes Rheinhessen. Genauer in den Weinbergen der 130 Seelen Gemeinde Laurenziberg. Neben mir steht ein Winzer mit weißen langen Haaren, markantem Gesicht und dreckigen Händen. Michael Teschke führt das gleichnamige Weingut in der dritten Generation. Eigentlich sollte Teschkes Bruder das elterlich Weingut Ende der 90er übernehmen. Michael schlug eine Kariere bei der Bundeswehr ein, Fallschirmjäger, Elitesoldat. Doch am Ende kam alles anders und es zog ihn zu den Reben, die er heute so liebt. Ein Einzelkämpfer ist er immer noch. Auch wenn seine Partnerin Kerstin ihn nach Kräften unterstützt. Teschke bewirtschaftet ca. 7 ha Weinberge bestockt mit Riesling, etwas Weiß- und Grauburgunder, Müller, Spätburgunder, Portugieser. Doch an eine Rebsorte hat er sein Herz verloren: Der Sylvaner. Teschke schreibt ihn in der alten Weise, mit einem Ypsilon. Das passt auch irgendwie zu seiner Interpretation dieser Rebsorte. Barock, reif, mit ordentlich Grip, trotzdem schwebend und extrem langlebig sind seine Weine. Das fängt natürlich schon im Weinberg an. Und nicht nur hier macht Michael Teschke einiges anders. Sofort erkennt man welche Sylvaner Weinberge ihm gehören, denn die sehr hohe Laubwand ist nicht zu übersehen und Teschkes Anlagen sind die einzigen weit und breit an denen noch Trauben hängen. Golden, mit kleinen Sprenkeln hängen sie wie an einer Perlenkette aufgereiht unter den Netzen, die sie vor hungrigen Vögeln schützen. "Ich werde dieses Jahr mal wieder erst im November mit der Lese fertig" sagt Teschke mit einem freudigen Lächeln, während wir die nach Marzipan schmeckenden Trauben probieren. Teschke ist nicht Bio zertifiziert oder ähnliches, doch arbeitet in fast schon romantischer Weise im Einklang mit der Natur. Herbizide oder Kunstdünger sind ihm fremd. Der Winzer liebt es sich zwischen seinen Reben an Rauke oder wildem Knoblauch zu bedienen und in seiner Küche zu verarbeiten. Auch im Keller ist weniger bei ihm mehr. Jüngst hat Teschke begonnen eine Naturwein Serie unter einem anderen Etikett abzufüllen. Kein Schwefel, keine Filtration, spontanvergoren ist sowieso alles. Einen herrlich süffigen Portugieser "Fabrik" gibt es und einen roten PetNat, also einen Schaumwein aus erster Gärung namens "Bulle". Dazu schlummert noch ein würziger, tiefgründiger, rauchiger Spätburgunder aus dem Jahrgang 2014 im großen, altem Holz, ganz ohne Schwefel der, falls Teschke dazu kommt, dieses Jahr auf die Flasche kommt und dann auch das schöne Kritzel-Naturwein Label erhält. 

Doch trägt Michael Teschke nicht umsonst den Titel Silvanerpapst. Diese Traube, die auch in Rheinhessen lange Tradition hat, ist seine Mission. Wenn die vollreifen Trauben aus den vom Kalk geprägten Weinbergen an der Dünnbach oder dem Mühlweg im Weingut ankommen, wird erstmal sorgfältig entrappt. Teschkes Sylvaner haben immer ein wenig ganz feinen Grip, doch der kommt nicht von Stengeln und Stielen, sondern vor allem von der alten Spindelpresse, erklärt der Winzer. Die Schalen der Beeren reiben sich an den Löchern der Außenwand und setzen ihre Aromen und Gerbstoffe frei. So spart sich Teschke etwas an Maischestandzeit und bekommt eine dezente Reduktion in seine Weine. Mit hohem Alkohol hat der Winzer wenig Probleme, kühle Lagen und konkurrierende Pflanzen zwischen den Reben verhindern, dass die Weine trotz hoher Reife zu mollig werden. Bei einigen seiner Silvaner, wie zum Beispiel bei dem fast an einen Wachauer Smaragd Veltliner erinnernden Flur 19/68 aus sehr alten Reben, rührt Teschke die Hefe mit einem Stock auf. Bei diesem extrem langlebigen Ausnahme Sylvaner, verarbeitet der Winzer auch das ein oder andere Botrytis Träubchen mit. Generell gilt für alle seiner Weine, auch für die Einstiegsqualitäten, dass ihnen einige Jahre Flaschenreife sehr gut tun. Einige erreichen nach 10 Jahren oder mehr erst ihren Genuss Höhepunkt.

Am Abend, bei einem gemeinsamen Essen, präsentiert Michael Teschke uns gespannt sein neustes Werk, mit dem er den Blick auf Sylvaner, nicht nur aus Rheinhessen, sondern aus ganz Deutschland ändern will. Es ist seine Mission dieser Rebsorte die er so verehrt (auch preislich) ein Denkmal setzen, vielleicht auch ein bisschen zu missionieren. Sylvaner Mission 2015 ist wirklich ein außergewöhnlicher Wein. Die Trauben stammen aus einer sehr alten Parzelle und wurden streng selektiert, so dass ein Ertrag von nur knapp über 13 hl/ha zu stande kam. Nach der Handlese wurde über 8 Stunden gepresst und der Most für 72 Stunden auf der Maische stehen gelassen. Danach ging es direkt ins uralte Halbstückfass. Geschwefelt wurde nur sehr gering. In der Nase gelbfruchtig nach Quitte, goldenen Äpfeln und Mango. Am Gaumen kompakt, intensiv aber nicht fett. Tolles, griffiges Mundgefühl. Potential für Dekaden. 

Am nächsten morgen gehe ich nach dem Frühstück nochmals in die Weinberge. Die Sonne schiebt grade die letzten Nebelfetzen aus Rebzeilen. Michael Teschke ist schon seid einigen Stunden dort und erntet seine letzten Portugieser Trauben. Mit lachenden blauen Lippen und einer herzlichen Umarmung verabschiedet sich dieser naturverbundene, charismatische Einzelkämpfer. Danke für die Einblicke und die Gastfreundschaft lieber Michael !

 

TW

 

 

Vive la France - 3 Urlaubsweine aus schlechten Gläsern

 

Während Wein-Deutschland in Wiesbaden die Großen Gewächse des Jahrgangs 2014/2015 verkostet, befinde ich mich im Sommerurlaub. Südfrankreich, klassisch. Start in Nizza, Ende in Montpellier. Raus aus dem Alltag, Erholung und Tapetenwechsel steht im Vordergrund. Ich habe im Vorfeld keine Termine bei Weingütern gemacht. Ich wollte meine charmante Urlaubsbegleitung nicht auch noch im Urlaub mit dem ständigen geschlürfe nerven. Natürlich in dem Wissen, dass sich schon irgendwas ergeben wird. Ich mein hey, wir sind in Frankreich, auch noch in der Provence...und Urlaub ohne Wein geht sowieso nicht. Hier also ein kleiner vinophiler Urlaubsbericht:

In der Provence kommt man ja um Rosé irgendwie nicht herum. Leider kickt mich dieser Weintypus nur äußerst selten. So auch die ersten, eher belanglosen Saufrosés in den hiesigen Restaurants. Doch der gute Ruf der rosa farbenden Tropfen dieser Region, muss ja begründet sein. Hoffnungsvoll betrat ich darauf hin einen urigen Weinladen in dem kleinen Örtchen Fayence nord-westlich von Grasse. Nachdem ich mir zig Rosé Etiketen angeschaut hatte, die mir sowieso alle nichts sagten, wollte ich mich grade vom Verkäufer beraten lassen, da sah ich eine Flaschedie ich schon häufiger auf Weinkarten guter Restaurants gesehen hatte. Chateau Simone Rosé. Jahrgang 2015. Wollte ich immer schon mal probieren ! Gekauft, für stolze 35€. 

   

Kaltgestellt, aufgemacht: Im Glas ein helleres Rubinrot, für Rosé sehr kräftig. Ich habe schon Trollinger gesehen die heller waren. Nach dem ersten reinriechen, war mein erster Gedanke: Pinot Noir. Kirsche, Walderdbeere, Johannisbeerblätter, dazu Rosmarin, Pinienwäldchen, Lavendel. (zugegeben, hier riecht irgendwie alles nach Lavendel) Am Gaumen dicht und kräftig mit dezentem, feinem Tannin. Die 14 Alkohol steckt er gut weg. Würzige Sauerkirschfrucht gepaart mit der Wärme der Region. Das gefiel mir so gut, dass ich erstmal recherchieren musste was da so drin ist und wo das ganze herkommt. Denn ehrlich gesagt die AOC Pallette kannte ich bisher nur aus Büchern. Das Chateau selbst liegt in Meyreuil, ganz in der Nähe von Aix-en-Provence, wo zufällig auch unsere nächste Unterkunft lag ! Also einen Abstecher hin. Als ich die Adresse des Weingutes ins Navi eingab, warnte es mich direkt vor unbefestigten Straßen. Doch die kurvige Schotterpiste hoch zum Chateau stellte sich allerdings machbar heraus. Familie Rougier, welche seit Generationen dieses Chateau führt, besitzt hier 100 ha Land von denen aber nur 10 ha für Weinbau genutzt wird. Die Rebanlagen sind teilweise sehr alt und einige Parzellen sindMischsätze aus Syrah, Carignan, ein paar Muscat Variationen, aber auch unbekannteren Rebsorten wie Castet und Manosquin aus welchen mit 45% Granche und 30% Mouvedre der Rosé gekeltert wird. Die erst sehr skeptische Dame des Hauses wurde deutlich netter, als sie merkte das der komische Deutsche, der so gut wie kein Französisch spricht, gar nichts probieren wollte, sondern souverän ein 3er Karton Rosé verlangte. (In dem die Flasche übrigens 22€ kostete, 13€ günstiger als beim Caviste !) Als ich dann noch nach einer Magnum Flasche Chateau Simone Blanc fragte, entfuhr ihr ein erfreutes "Oh qui ! Magnum !" und verabschiedete uns sogar mit ein paar Brocken deutsch. 

 

Auf den nächsten interessanten Wein stieß ich auch eher zufällig. Nach dem wir in der Markthalle von Avignon ein paar herrliche Austern verdrückt hatten, schlenderten wir an den schließenden Ständen vorbei und entdeckten einen kleinen Weinladen am Rand der Halle. Dieser Laden verkauft ausschließlich Weine die in irgendeiner Weise von Michel Chapoutier gemacht oder vertrieben werden. Das das Handelshaus M. Chapoutier an der Rhône nicht klein ist, war mir schon bewusst, aber das es wirklich aus jeder AOC der Rhône mindestens einen Wein gibt war mir neu. Die meisten habe ich auf dem deutschen Markt noch nie gesehen. Unter anderem eine Appelation die man, auch auf Grund ihrer geringen Größe (64ha), generell eher selten sieht und welche vor allem für Schaumwein steht. Saint Peray. Aus diesem Fleckchen nördlich von Avignon, stellt Chapoutier aus der Rebsorte Marsanne einen Schaumwein namens Muse de RW her. Laut Backlabel, weil ihn die Kompositionen von Richard Wagner zu diesem Wein inspiriert haben. Schöne Geschichte...

Dieser Brut Nature Sekt aus dem Jahrgang 2012 liegt drei Jahre auf der Hefe, was die Perlage sehr fein gemacht hat. Aromatisch ist dieser Wein mit nichts aus meiner Comfort Zone, Champagner oder Rieslingsekt, zu vergleichen. Die erste Nase erinnert mich spontan an Sake. Sehr Floral und nach Getreide. Danach reife gelbe Birne und Mandel. Am Gaumen natürlich alles andere als karg, aber mit erstaunlich frischer Säure ausgestattet. Nice !

 

Next Stop: Châteauneuf du Pape. Ein Name der für Rotwein mit Weltruf steht und den sogar Wein-Laien schon mal gehört haben. Aber eigentlich ist es nur ein kleines Dorf 30 km nördlich von Avignon, direkt an der Rhône auf einem Hügel. Ganz oben befinden sich die Überreste eines altes Schlosses, von welchen man eine tolle Aussicht über die Rebflächen bis hin zum Mont Ventaux hat. Die Weinberge sind von hier oben betrachtet eher flach und unspektakulär, doch steht man drin, fallen einem die Flusskiesel, Galets genannt, welche die meist lehmigen Böden vieler Weinberge komplett bedecken, sofort ins Auge. Junge Reben scheint es kaum zu geben, überall alte, dicke Knorze.

 

Da wir noch eine Flasche für unser Abendessen brauchten, schauten wir, bei der direkt im Ortskern gelegenen Domaine de Pegau vorbei. Meiner Meinung nach eine Bank in C9dP. Der Stil des Hauses ist eher etwas straffer und nicht so überextrahiert, wie es bei einigen Gütern der Fall ist. Da das Thermometer die 30 Grad Grenze deutlich überschritten hatte, ging der Griff zur 2014er Cuvee Reservée Blanc aus überwiegend Clairette, dazu Granche Blanc, Rousanne und Bourboulenc. Aromatisch Richtung Pfirsich, Cavaillon Melone und etwas reife Stachelbeere. Am Gaumen kräuterig, erdig und cremig, aber mit einer erstaunlich präsenten Säure ausgestattet (kühles Jahr, keine Malo). Erinnert mich tatsächlich etwas an Silvaner und passt irgendwie zur Pegau Handschrift.  Santé ! TW

 

Eins muss ich noch anmerken: Ich habe alle Weine aus wirklich beschissenen Gläsern verkostet (Getrunken...Urlaub !). In keiner unserer wirklich erstklassigen gab es Weingläser die mehr als 0,15 l fassten...also bis zum Rand versteht sich. Ich musste teilweise auf bauchige 0,3l Wassergläser ausweichen, weil diese sich besser eigneten. Ein Reise-Zalto wäre ein tolles Gadget !

Champagne Unplugged - Zero Dosage

Champagner ohne Zucker. Zero Dosage. So wie Cola Zero. Klingt fast nach hippen Trends wie Clean Eating oder dem Detox Wahnsinn. Aber keine Angst, Alkohol ist trotzdem drin und den CO2 Fußabdruck verbessert dieses herrliche Sprudelgetränk bei der ganzen Kohlensäure und der schweren Flasche sicher auch nicht. Was soll das ganze dann ? Klären wir vor dem Warum erstmal das Wie. Champagner oder auch Winzersekt, ist im Endeffekt nichts anderes als stiller Wein, der durch Zugabe von Hefe und Futter für die Hefe, also Zucker, eine zweite Gärung auf der Flasche durchmacht. So entsteht Kohlensäure welche sich durch Druck im Wein bindet. Da die Hefen sämtliche Zucker verstoffwechseln, ist der Wein nach diesem Prozess faktisch kompletttrocken. Die Hefe stirbt ab und wird nach mehr oder weniger langer Lagerung in den Flaschenhals gerüttelt und dann raus geschossen, damit der Konsument keine trübes Zeug trinken muss. Man nennt diesen Verfahren Degorgieren. Dabei geht natürlich auch immer etwas vom Wein verloren. Doch keine Panik, dieses Schlückchen wird wieder aufgefüllt. In den meisten Fällen mit einer Mischung aus einer Art Traubenzuckersirup und Wein, der Versand Dosage. Denn auch wenn sie es nicht zugeben wollen, die meisten Weintrinker sind einer kleinen Portion Süße nicht abgeneigt. Früher wurde Champagner meist sehr süß getrunken. Heute ist die meistverkaufte Dosierung Brut, also bis zu 16g Zucker pro Liter. Winzer die einen Zero Dosage Champagner herstellen möchten, lassen den Zucker in der Dosage einfach weg und füllen einfach mit selbigem Champagner auf. Auf dem Etikett ist dann oft Brut Nature oder Ultra Brut zu lesen. Aber nicht immer, denn auch mit nur 1g Zucker pro Liter (was einem Brut Natur entspräche) darf man „Brut“ auf das Etikett schreiben. Ein Untergenrenze sieht das Weingesetz nämlich nicht vor. Manch ein Winzer macht also einen staubtrockenen Champagner, nennt ihn aber „Brut“, weil es sich anscheinend besser verkauft.

 

Meiner Meinung nach, zeichnet sich so langsam ein Trend in die richtig trockene Richtung ab. Und zwar nicht nur bei den kleinen Champagne Winzern, sondern sogar bei so manchem großen Haus. Roederer zum Beispiel hat mittlerweile einen Brut Nature Schäumer im Portfolio der gar nichtmal schlecht ist… 

 

Fragt man Benoit Tarlant warum die meisten seiner Champagner ohne Zucker Zusatz auf den Markt kommen, sagt er nur bedeutungsschwer „Terroir“ ! Er möchte, dass die Herkunft seiner Weine im Glas spürbar wird, unverschleiert vom Zucker. Jahrgang, Klima, Boden. Und Böden gibt es in der Champagne und vor allem im Valley de la Marne wo das Haus Tarlant zu Hause ist, eben nicht nur Kreide, sondern verschiedenste Gesteinsarten von Kalk über Mergel bis Lehm. (Wer sich genauer über Bödengin der Champagneinformieren will, dem lege ich diesen Artikel von Kollege Christoph Raffelt wärmstens ans Herz). 

Einer von Tarlants Vier Jahrgangschampagnern (ausgenommen die Prestige Cuvees) ist der 2003er „La Matinale“ und der einzige der aus einer klassischen Rebsorten Cuvee besteht und nicht, wie die anderen drei aus nur einer Rebsorte. Die Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier Trauben dieses Weines stammen alle aus dem Marne Tal. Benoit Tarlant ist es durch sein biodynamische Arbeitsweise, den alten, tief wurzelnden Reben und hervorragender Laubarbeit gelungen, auch in einem Rekord Hitzejahr wie 2003 einen eleganten, erfrischenden Champagner zu erzeugen. Der Wein wurde 2004 abgefüllt und 10 Jahre später im Juli 2014 degorgiert. Dieses lange Hefelager verleiht dem Champagner mehr Struktur und eine sehr feine Perlage. Riecht man hinein, strömen einem Aromen von weißem Nougat, Apfel, Hefezopf und dem grünen Rand einer Wassermelone entgegen, aber auch eine Note die an Palo Cortado Sherry erinnert. Am Gaumen dann salzig und frisch, nach gelber Grapefruit. Tarlant verzichtet bei allen Champagnern auf den biologischen Säureabbau, was dem „La Matinale“ eine vibrierende Säure verleiht und ihn zu einem Weltklasse Erfrischungsgetränk macht.

 

Ein noch größerer Verfechter des Brut Nature ist Vincent Laval vom, im Örtchen Cumieres in der Nähe vom Epernay gelegenen Weinguts Georges Laval. Hier kommt nahezu die gesamte Jahresproduktion von überschaubaren 9000 Flaschen ohne Dosage auf den Markt. Sein „Basis“ Wein, der Premier Cru Brut Nature ohne Jahrgang, eine Cuvee aus seinen 7 Parzellen in Cumieres wird vorwiegend aus Chardonnay gekelltert. In der Aromatik und im Geschmack unterscheidet er sich deutlich vom „La Matinale“. Riecht man hier hinein kommt einem ein Mix aus Pfirsich, Mandarinenschale, Aprikosentart, Orangenblüten und hellem Tabak entgegen. Man will sofort probieren so einladend ist der Duft. Am Gaumen wieder viel Mandarine und Pfirsich, dazu kommt reifer, roter Apfel und etwas dunkel gebackener Blätterteig. Der Champagner ist etwa fülliger, was dazu führt, das man garnicht merkt, wie trocken er eigentlich ist. Ich warne vor diesem Champagner ausdrücklich: Die Flasche leert sich in Rekordzeit. 

Als Fazit kann ich nur sagen, dass mir Zero Dosage Schaumweine, wenn sie gut gemacht sind sehr viel Spaß machen und ich immer häufiger zum Brut Nature greife. Man trinkt gerne das zweiteoder dritte Glas und es ist manchmal einfacher zu erkennen wo der Wein seinen Ursprung hat. Ich möchte damit auf keinen Fall den klassischen Brut Champagner abwerten. Auf einigen der besten Flaschen meines Lebens waren diese vier Buchstaben zu lesen…

 

Cheers