Four Kicks Maduro, Robusto Extra, Crowned Heads

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Dieser dicke, ölig-dunkle Stengel ist für mich die perfekte Zigarre nach einem ausgedehnten BBQ. Draußen, an lauen Sommerabenden mit Freunden, viel Grillfleisch, Wein und Bier. Auch wenn der Gaumen schon nicht mehr ganz jungfräulich ist, wird man diese Zigarre nicht einfach nebenbei wegpaffen. Dazu ist das Aroma viel zu intensiv und spannend. Sie drängt sich förmlich auf. Fett und üppig ist der Rauch, Cremig und mit dunkler Karamell-Süße und würzigem Finish. Hard Facts: Der Lümmel hat ein Ringmaß von 56 und misst stolze 140mm. Das Deckbalt ist ein Conneticut Habano. Umblatt und Einlage stammen aus Nicaragua. Die Serie Four Kicks stammt von zwei Jungs aus Nashville, Jon und Mike aka Crowned Heads. Ich muss gestehen ich bin echter Fan Boy. Fast alles was ich von Crowned Heads bisher geraucht habe hat mir außerordentlich gut gefallen. Die Jungs wissen scheinbar wie´s geht. Der Name “Four Kicks” stammt übrigens vom gleichnamigen Kings of Leon Song… das kommt mir natürlich sehr entgegen.

93/100 Pyro Points

Dazu im Glas: 2017 Riesling Spätlese feinherb, Niedermenninger Herrenberg, Hofgut Falkenstein

Quai D`Orsay No. 50

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Ich weiß, die Banderole ist sehr gewöhnungsbedürftig und sieht eher aus wie ein Bernstein Ring von Prince, als eine klassische Marke aus Kuba. Zumal dar alte, dezente Ring wirklich Klasse hatte. Naja egal, auf den Inhalt kommt es ja bekanntlich an, auch wenn das Auge mitraucht. Quai D´Orsay ist ein recht junge Marke und wurde 1973 gegründet und war lange Zeit ausschließlich auf dem französichen Markt erhältlich, quasi als kubanische Eigenmarke für das damalige Tabak Monopol unserer geschätzten Nachbarn. Der Name stammt übrigens von der gleichnamigen Straße am Ufer der Seine, wo sich das Außenministerium befindet. Letztes Jahr gab es mit der Einführung zwei neuer Formate ein Relaunch der Marke. Eins davon ist die No. 50, was sich auf das Ringmaß bezieht. Die Vitola ist nur 11 cm lang und top verarbeitet. Zug und Abbrand waren vorbildlich. Ich habe ca. 40 Minuten für das kleine, hellbraune Teil gebraucht. Auch wenn die Marke als eher mild gilt, war bei meinem Exemplar doch etwas Kraft zu spüren. Leider war die Zigarre noch deutlich zu frisch und so dominierten eher pfeffrige Noten. Doch nach dem ersten Drittel kamen auch Aromen von gerösteten Haselnüssen und Brotkruste durch. Alles in allem cooler Stoff für kleines Geld. und das ist in Kuba schwer zu finden. Vive la France !

Punkte: 88/100

Dazu im Glas: 2017 Syrah A Table !, Clos des Mourres, Rhone

 

 

H.Upmann Anejados Robusto

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Angezündet ?! Was soll das denn jetzt ? Ganz einfach: Ein Laster reicht mir nicht. Neben Wein habe ich auch großen Spass am Zigarre rauchen. Ich bin sicher kein Profi-Aficionado, glaube aber mir über die Jahre zumindest ein subjektives Urteil bilden zu können. Und das hau ich hier auch einfach mal raus. Das habt ihr nun davon ! "Angezündet" ist also das verrauchte Pendant zu "Sturzkaraffiert".

Zur Eröffnung direkt mal was Besonderes. Eine Robusto Anejado aus der alt-erwürdigen Fabrik von H.Upmann. Mit der Anejado Serie reagierte Kuba vor einigen Jahren auf die immer höher werdende Nachfrage, nach gut abgelagerten, gereiften Zigarren. Dieses Exemplar ist mindestens 5 Jahre alt. Das Format mit 50er Ringmaß und 12,4 cm Länge gibt es im Standart Upmann Sortiment nicht. Wunderschönes, glänzendes, Deckblatt, ordentlich boxpressed. Geht ab dem ersten Zug los wie die Feuerwehr. Voll aromatisch, viel Leder und würzige Aromen Richtung Zimt und Kardamom. Ab der Hälfte legt die Stärke deutlich zu, dafür belohnt einen der Stumpen dann auch mit dezenter, malziger Süße. Der Zug und die Asche war bei allen Exemplaren die ich bisher vernichtet habe nahezu perfekt. 

Punkte: 92+/100

Dazu im Glas: 2010 Emilien, Chateau Le Puy, Cote de Franc, Bordeaux